Was ist eigentlich "Collective Leadership"?

Was ist eigentlich „Collective Leadership“?

Stellen wir uns vor, es ist das Jahr 2020 und wir haben es geschafft. Die Energiewende ist vollbracht. Die Welt sieht mit Erstaunen auf Deutschland. Es gibt international einige Nachahmer und sie fragen uns, wie wir es gemacht haben. Die Antwort? Gemeinsam. Jeder in seiner Kompetenz und an seinem Ort, in seinem Sektor, in seiner Organisation. In vielen Aushandlungsprozessen zwischen Privatsektor, öffentlichem Sektor und der Zivilgesellschaft, den Bürgern und Bürgerinnen. In schnellen gemeinsamen Lernprozessen. Offen für Innovation. Sensibel für die Bedürfnisse der Menschen. Vereint hinter einem gemeinsamen Ziel, das in vielen Schritten konkretisiert und ständig angepasst werden musste. Adaptiv. Im Dialog. Resilient. Wir hätten das Prinzip einer kollektiven Führung umgesetzt. Damit ist die Kompetenz von Menschen gemeint, ihren Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft dadurch voranzubringen, dass sie auf ein als wichtig angesehenes Ziel hin gemeinsam und flexibel führen, je nach Erfordernissen, Expertise oder Verantwortungsbereich. Im Zentrum steht dabei Dialog als Veränderungsmodell und die Überzeugung, dass Differenz eine Voraussetzung für Fortschritt und Innovation ist. Was braucht es dafür?

  • Immer eher in Möglichkeiten denken und diese gemeinsam voranbringen. Das inspiriert andere mitzumachen
  • Raum für Kreativität schaffen als Voraussetzung für kooperative Innovation. Da macht es Spass, dabei  zu sein.
  • Bereitschaft zu echtem Dialog und die Einstellung, dass unterschiedliche Meinungen nicht störend sind sondern im Endeffekt hilfreich: Sie führen zu besseren Lösungen.
  • Andere sinnvoll und systematisch einbeziehen, keine Territorien bauen und verteidigen. Wer einbezogen wird, ist auch bereit mit anzupacken.
  • Über den eigenen Tellerrand hinaussehen und den größeren Kontext im Auge behalten. Das hilft, schnell zu wissen, was wirklich gebraucht wird.
  • Mensch sein und bleiben und andere Akteure, auch die, mit denen man nicht einer Meinung ist, als Menschen wahrnehmen. Das erinnert einen daran, dass Zukunft von Menschen gemacht wird. Gemeinsam.

Kollektive Führung stellt den eigenen Beitrag zu einem größeren Ganzen in den Vordergrund, und ermöglicht die Überwindung von rein selbstbezogenen Sichtweisen. Es entsteht schneller Vertrauen: in die eigene Wirksamkeit und zueinander. Damit steigt die Bereitschaft, sich verantwortlich für Zukunft zu engagieren.

Gastbeitrag von Petra Künkel. Petra Künkel ist Gründerin und Geschäftsführerin des Collective Leadership Institute (CLI). Seit 1995 ist sie als Organisations- und Managementberaterin für die Privatwirtschaft, die Entwicklungszusammenarbeit und für Institutionen des öffentlichen Sektors international tätig. Ihr besonderes Interesse liegt darin, Führungskräfte auf dem Weg zu mehr Werteorientierung und der ergebnisorientierten Verantwortung für nachhaltiges Wirtschaften zu unterstützen. Auf Petra Künkels Blog zum Thema Kollektive Führung erfahrt Ihr mehr...

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