Wo nehmen Veränderungen ihren Anfang?

Es ist ein bisschen so wie mit dem Huhn und dem Ei…

Niemand kann ganz genau sagen, was zuerst da war. Bei Veränderungen ist das ähnlich.

Fragt man beispielsweise verschiedene Personen, wo sie ansetzen würde, um den Verbrauch von Plastiktüten zu verringern, erhält man unterschiedliche Antworten. Angela ist der Überzeugung, dass hier nur technologischer Fortschritt Abhilfe schaffen kann: entweder ein Material, das ähnlich praktisch aber weniger umweltschädlich ist oder vielleicht auch ein innovatives Pfandsystem von Verpackungsmaterial in Supermärkten und Geschäften. Klaus findet das unsinnig, denn schließlich haben wir bereits alles was wir brauchen: Körbe und Stofftaschen. Was fehlt sei das Bewusstsein der Menschen: „Viele machen sich überhaupt keine Gedanken darüber, dass Plastiktüten so ein großes Problem sind oder ignorieren gekonnt die Tatsachen.“ Lena wiederum sieht das noch etwas anders: „Ja, aber das ist ein gesellschaftliches Problem. Es muss völlig normal werden, keine Plastiktüten mehr zu verwenden. Und wer noch welche benutzt wird schräg angeguckt, so wie wenn Dir heute jemand vorschlagen würde, Dir Urlaubsfotos auf einer Diskette zu speichern.“, meint sie. „Ach, das funktioniert doch niemals!“, ruft Erik. Er ist davon überzeugt, dass hier nur die Politik eine Veränderung auf den Weg bringen kann. Indem sie Plastiktüten ganz verbietet oder den Gebrauch über eine Steuer einschränkt. Denn wenn eine Tüte 3 € kosten würde, dann könnte dies die Bequemlichkeit der Menschen überwinden.

Aber wer hat Recht? Einer/r? Keine/r? Alle! Denn komplexe Veränderungsprozesse finden auf verschiedenen Ebenen statt. Doch häufig tendieren wir dazu, unsere Ansicht als die einzig richtige anzusehen und gehen davon aus, dass andere das auch so einschätzen müssten. Diese Fehleinschätzung versperrt und den Blick für Diversität und andere Sichtweisen. Doch wenn wir mit unserer Arbeit etwas bewirken wollen, dann hilft es, alle vier Dimensionen der Veränderungen einzubeziehen und Fragestellungen aus diesen verschiedenen Perspektiven zu beleuchten:

„Die 4 Dimensionen von Veränderung“

(in Anlehnung an Ken Wilbers Integral Theory, 2003)

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